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PA-CF 3D-Druck: Bauteile aus PA6-CF
und PA12-CF nach Zeichnung

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Carbonfaserverstärktes Polyamid (PA-CF) ist der Werkstoff, mit dem man bei der Fertigung technischer Bauteile im 3D-Druck am besten beginnt und bei dem zugleich die meisten Fehler unterlaufen. PA-CF ist steif, leicht und formstabil. Es handelt sich jedoch nicht um ein Hochtemperaturmaterial, auch wenn die Datenblätter der Hersteller dies bisweilen anders darstellen.
Wir fertigen Bauteile aus PA6-CF15 und PA12-CF15 auf Basis von Zeichnungen oder CAD-Modellen – von Einzelstücken bis hin zu einer maximalen Bauteilgröße von 350 × 350 × 450 mm. Vorab prüfen wir, ob PA-CF für Ihre spezifische Anwendung geeignet ist; sollte dies nicht der Fall sein, informieren wir Sie und schlagen eine Alternative vor.

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Die Eckdaten

Werkstoffe

PA6-CF15 (15 % Carbonfaser, PA 6) · PA12-CF15 (15 % Carbonfaser, PA 12)

Verfahren

FFF (Druck aus Filament), beidseitig unabhängige Doppelextrusion

Bauraum

350 × 350 × 450 mm am Stück (Vision Miner 22 IDEX)

Größere Bauteile

konstruktiv geteilt und gefügt. PA-CF verarbeiten wir ausschließlich im Filamentdruck

Allgemeintoleranz

±0,2 mm im Druck · ±0,05 mm an spanend nachgearbeiteten Flächen

Gewinde

geschnitten ab M8, kleinere Größen mit Einschmelzgewinden aus Messing oder Edelstahl

Losgröße

ab 1 Stück, kleine und mittelgroße Serien bis mehrere tausend Teile

Konstruktionsdaten

STEP, STL, Zeichnung als PDF oder wir digitalisieren Ihr Bauteil mit eigenem 3D-Scanner

Lieferzeit

5 Werktage im Standard, Express innerhalb eines Werktags möglich

Antwortzeit

Rückmeldung auf schriftliche Anfragen innerhalb eines Werktags

Telefon

+49 7158 9823230, Montag bis Freitag 9:00 bis 17:30 Uhr

Vor Ort

kostenfreier Besuch in Ihrem Betrieb bis 150 km, darüber nach Absprache

Region

Baden-Württemberg und Bayern, Sitz in Neuhausen auf den Fildern bei Stuttgart

Qualitätsmanagement

ISO 9001 in Vorbereitung, Zertifizierung angestrebt für Q1/2027

Online-Kalkulator

bewusst keiner. Warum, steht weiter unten.

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Alle Eigenschaften von PA6-CF und PA12-CF auf einem Blick.

PA6-CF15 oder PA12-CF15: die Frage vor der Bestellung

Beide Materialien werden umgangssprachlich als PA-CF bezeichnet und häufig miteinander verwechselt. Sie verhalten sich jedoch gegensätzlich: PA6-CF ist steifer, während PA12-CF zäher und formstabiler ist.

​

Kennwerte im Vergleich

Eigenschaft
Einheit
Norm
PA6-CF15
PA12-CF15
Basispolymer
-
-
PA 6 (modifiziert)
PA 12
Faseranteil
%
-
15 Carbonfaser
15 Carbonfaser
Dichte
g/cm3
ISO 1183
1,25
1,07
Wasseraufnahme (24 h)
%
ISO 62
> 0,3
k. A.
Zugfestigkeit XY 0°
MPa
ISO 527
110
120 *
Zugfestigkeit XY +/-45°
MPa
ISO 527
85
k. A.
Zugfestigkeit XY 90°
MPa
ISO 527
70
k. A.
E-Modul Zug XY 0°
MPa
ISO 527
10.500
7.300 *
E-Modul Zug XY 90°
MPa
ISO 527
4.700
k. A.
Bruchdehnung
%
ISO 527
0,98
5 *
Biegemodul XY +/-45°
MPa
ISO 14125 (B)
4.780
k. A.
Schlagzähigkeit ungekerbt
kJ/m2
ISO 179 eU
47
75 *
Kerbschlagzähigkeit
kJ/m2
ISO 179 eB
5,46
15 *
Glasübergangstemperatur
°C
ISO 11357
68
k. A.
Wärmeformbeständigkeit HDT A (1,8 MPa)
°C
ISO 75 A
120
150 *
Schmelztemperatur
°C
ISO 3146
k. A.
178
Durchgangswiderstand
Ohm*m
IEC 60167
> 10^10
k. A.

*Diese Werte basieren auf Rohmaterialdaten des Lieferanten, nicht auf gedruckten Prüfkörpern. Angaben zur Probenvorbereitung und -ausrichtung lagen nicht vor. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Wärmeformbeständigkeitstemperatur von PA12-CF15 von Bedeutung: 150 °C liegen sehr nah am Schmelzpunkt von 178 °C – ein Wert, der für ein gedrucktes Bauteil nicht zu erwarten ist. Wir veröffentlichen diese Daten, anstatt sie wegzulassen. Die Daten für PA6-CF15 hingegen stammen von gedruckten Prüfkörpern.

​

​Die Richtung, in der gedruckt wird, entscheidet mit

​Ein gedrucktes Bauteil ist kein Spritzgussteil. Seine Festigkeit hängt von der Belastungsrichtung im Verhältnis zur Druckrichtung ab. Für PA6-CF15 messen wir:​​​

Lastrichtung
Zugfestigkeit PA6-CF15
gegenueber 0 Grad
0° (in Bahnrichtung)
110 MPa
100 %
+/-45°
85 MPa
77 %
90° (quer zur Bahn)
70 MPa
64 %

Das Verhältnis zwischen der 0°- und der 90°-Ausrichtung beträgt 1,57:1. Wird ein Bauteil in der falschen Ausrichtung gedruckt, verliert es etwa ein Drittel seiner Festigkeit, ohne dass sichtbare Schäden auftreten. Daher erkundigen wir uns bei jeder Anfrage nach der Belastungsrichtung und richten das Bauteil im Bauraum entsprechend aus, anstatt die Ausrichtung davon abhängig zu machen, wie viele Teile auf die Druckplattform passen.

​

Wann welcher Werkstoff​​​​​

Ihr Bauteil
Werkstoff
Grund
soll sich unter Last möglichst wenig verformen
PA6-CF15
E-Modul 10.500 gegen 7.300 MPa
bekommt Schläge, Stöße, Vibration
PA12-CF15
Schlagzähigkeit 75 gegen 47 kJ/m2, Bruchdehnung 5 gegen 1 %
steht in feuchter Umgebung oder im Freien
PA12-CF15
PA 6 nimmt Wasser auf und verändert Maß und Steifigkeit
muss möglichst leicht sein
PA12-CF15
Dichte 1,07 gegen 1,25 g/cm3 - rund 14 % leichter
braucht enge Masse über lange Standzeit
PA12-CF15
geringere Feuchteaufnahme, geringerer Maßdrift
ist dünnwandig und soll trotzdem steif sein
PA6-CF15
höherer Biege- und Zugmodul

Falls Sie unsicher sind: Das ist völlig normal und genau deshalb rufen Sie an. Wir benötigen keine endgültige Entscheidung, sondern Informationen zu Ihrer speziellen Situation.

Der Anwendungsbereich: bis wohin PA-CF trägt

Dieser Abschnitt beantwortet die meisten Fragen. PA-CF ist ein Werkstoff, der sich durch Steifigkeit, geringes Gewicht und Formstabilität bei moderaten Temperaturen auszeichnet. Der begrenzende Faktor ist nicht die Schmelztemperatur, sondern der Glasübergang: jener Punkt, an dem die Steifigkeit deutlich abnimmt.

​

Das Temperaturfenster

Als Einsatzgrenze setzen wir 100 °C an. Darunter liegen die Fälle, die wir in PA-CF fertigen. Darüber wechseln wir den Werkstoff, statt das Fenster zu dehnen. Innerhalb dieser Grenze entscheidet die Höhe der Dauerlast darüber, wie weit Sie tatsächlich gehen können:

Belastungsfall
PA6-CF15
PA12-CF15
dauerhaft mechanisch belastet
bis ca. 70 °C
bis ca. 80 °C
dauerhaft, deutlich reduzierte Last
bis ca. 100 °C
bis ca. 100 °C
formhaltend, ohne nennenswerte Last
bis ca. 120 °C (HDT A)
Lieferantenwert 150 °C, am Bauteil nicht belastbar
kurzzeitige Spitzen (Minuten)
ca. 120 °C
ca. 130 °C

Die Glasübergangstemperatur von PA6-CF15 liegt bei 68 °C. Oberhalb dieser Temperatur sinkt der Elastizitätsmodul deutlich ab; das Bauteil bricht zwar nicht, erweicht jedoch und unterliegt bei Dauerbelastung einem Kriechvorgang. Wer ein Bauteil konstruiert, das bei 90 °C dauerhaft eine Schraubenvorspannkraft aufrechterhalten muss, benötigt einen anderen Werkstoff – selbst wenn das Datenblatt eine Wärmeformbeständigkeit (HDT A) von 120 °C ausweist.

​

Feuchtigkeit ist bei PA 6 ein Konstruktionsthema

PA 6 nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf – mehr als 0,3 % innerhalb von 24 Stunden. Dies führt zu reversiblen Veränderungen der Abmessungen und der Steifigkeit: Das Bauteil wird zäher und etwas größer. Für Montagehilfen ist dies unerheblich, bei Passungen mit Abmessungen über 200 mm jedoch von Bedeutung. Bei hoher Luftfeuchtigkeit, im Außenbereich oder bei Anwendungen mit engen Toleranzen ist PA12-CF15 die sicherere Materialwahl.

​

Chemische Beständigkeit

PA-CF ist beständig gegen Öle, Fette, Kraftstoffe und die meisten unpolaren Lösungsmittel. Es ist nicht beständig gegen Säuren, starke Laugen, heißes Wasser oder Dampf. Hydrolyse ist der häufigste Ausfallmechanismus bei Polyamiden im Praxiseinsatz und sie ist von außen nicht sichtbar.

​

Wenn das Fenster nicht reicht

Wir sagen in diesem Fall ab, statt es zu versuchen. Diese Werkstoffe fertigen wir ebenfalls im Haus:

Wenn Ihr Bauteil
dann empfehlen wir
Grund
dauerhaft zwischen 100 und 180 °C belastet wird
PPA-CF25 / PPA-GF15
Dauergebrauch 150-180 °C, HDT A 126 bzw. 112 °C
Heisswasser, Dampf oder Chemikalien ausgesetzt ist
PPS-GF20
hydrolysebeständig, chemisch breit beständig
dauerhaft über 180 °C arbeitet
PEEK
Glasübergang 143 °C, Dauergebrauch 260 °C
eine Zulassung für Lebensmittelkontakt oder Medizintechnik braucht
PEEK
EC 1935/2004 und FDA; Medical Grade projektbezogen
bei hoher Temperatur elektrisch isolieren muss
GF-PEEK
Oberflächenwiderstand über 10^13 Ohm/sq
größer ist als 350 x 350 x 450 mm
anderer Werkstoff
im FGF-Granulatdruck bis 510 x 510 x 410 mm; PA-CF nicht
gar keine hohe Festigkeit braucht, nur Form
guenstigerer Werkstoff
PA-CF kostet Geld, das Sie dann nicht brauchen

Der letzte Punkt ist durchaus ernst zu nehmen. Bei den uns erreichenden Anfragen ist nicht der Druckvorgang selbst der größte Kostenfaktor, sondern die Wahl eines übermäßig anspruchsvollen Materials. Wer ein Gehäuse aus PEEK anfragt, das Temperaturen von 60 °C standhalten muss, zahlt einen Aufpreis für eine Eigenschaft, die das Bauteil in der Praxis gar nicht benötigt; schließlich kostet PEEK-Filament zwischen 500 und 700 Euro pro Kilogramm. Umgekehrt führt die Wahl eines zu schwachen Materials dazu, dass man doppelt zahlt: einmal für das Bauteil selbst und ein weiteres Mal für die Ausfallzeit, die für dessen Austausch erforderlich ist. Beide Probleme lassen sich durch ein zehnminütiges Gespräch vermeiden – eine Leistung, die kein Online-Kalkulator bieten kann.

Anwendungen

Komponenten für mechanisch belastete Baugruppen

Hebel, Halterungen, Zahnräder, Riemenspanner, Lagergehäuse, Klemmen, Adapterplatten – dies sind Anwendungen, für die früher gefräste Aluminiumteile zum Einsatz kamen, deren spanende Fertigung sich jedoch aufgrund von Gewicht oder Produktionsvolumen als unpraktikabel erwies. Ein Bauteil aus PA6-CF15 mit einem Elastizitätsmodul von 10.500 MPa erreicht etwa ein Siebtel der Steifigkeit von Aluminium bei nahezu halbem Gewicht (1,25 g/cm³ gegenüber 2,70 g/cm³). Für viele Baugruppen ist dies ausreichend, sofern die Geometrie entsprechend ausgelegt ist.

Worauf wir achten: Zu den wesentlichen Aspekten gehören die Lastrichtung im Verhältnis zur Druckrichtung, die Krafteinleitung an den Verschraubungspunkten (bei Gewindegrößen ab M8 schneiden wir Gewinde direkt ein, während wir für kleinere Größen Gewindeeinsätze verwenden) sowie die Frage, ob das Bauteil konstanten oder wechselnden Belastungen ausgesetzt ist. So ist PA-CF bei Dauerbelastung und Temperaturen über 100 °C rasch nicht mehr geeignet.

​

Montagehilfen und Vorrichtungen aus dem 3D-Druck

Im 3D-Druck hergestellte Montagehilfen sind ein klassisches Einsatzgebiet: Montagevorrichtungen, Bohrschablonen, Positionierhilfen, Prüflehren, Greiferfinger und Werkstückaufnahmen. Hier spielt PA-CF seine Stärken voll aus, da die Bauteile zwar steif, formstabil und leicht sein müssen, aber selten hohen Temperaturen ausgesetzt sind.

Bei Vorrichtungen ist das Material oft zweitrangig gegenüber der Lieferzeit: Eine fehlende Vorrichtung in der Montage verursacht täglich Kosten. Deshalb fertigen wir Vorrichtungen bevorzugt komplett und liefern sie als Set aus, anstatt sie einzeln zu versenden.

Praxistipp: Nicht für jede Montagehilfe ist PA-CF erforderlich. Wenn das Bauteil lediglich die Form vorgeben und keine Spannkraft ausüben muss, ist ein unverstärktes Material kosteneffizienter. Bei Reibkontakt mit Metall ist PA12-CF dem PA6-CF überlegen. Diesen Aspekt klären wir bereits bei der Anfrage, nicht erst auf der Rechnung.

​

Gehäuse und Abdeckungen aus dem 3D-Druck

Im 3D-Druck gefertigte Gehäuse sind eine kosteneffiziente Lösung, wenn die Produktionsmengen das Spritzgussverfahren nicht rechtfertigen. Etwa bei Sensorgehäusen, Anschlusskästen, Schutzabdeckungen, Elektronikgehäusen und Montagegehäusen für Maschinen. PA6-CF15 ist das Material der Wahl, wenn das Gehäuse dünne Wandstärken bei gleichzeitig hoher Torsionssteifigkeit aufweisen muss.

​

Zwei Faktoren werden bei Gehäusen oft übersehen:

  • Abdichtung. Ein gedrucktes Gehäuse ist nicht ohne Weiteres dicht. Wir bearbeiten die Dichtflächen mechanisch, um Toleranzen von ±0,05 mm zu erreichen, was den Einsatz von Nutdichtungen ermöglicht.

  • Elektrische Eigenschaften. Während PA6-CF15 einen Durchgangswiderstand von mehr als 10¹⁰ Ω·m aufweist, sind die Carbonfasern selbst leitfähig. Wir prüfen vorab die Anforderungen hinsichtlich Kriechstrecken oder elektromagnetischer Verträglichkeit (EMV); in einigen Fällen ist eine glasfaserverstärkte Variante die bessere Wahl.

 

Kappen, Stopfen und Schutzelemente

Kappen, Verschlussstopfen, Kantenschutz, Transportsicherungen und Lochabdeckungen: diese Teile werden häufig in Losgrößen von 20 bis 500 Stück gefertigt; also genau dann, wenn sich der Werkzeugbau nicht lohnt und manuelle Fertigung zu kostspielig ist. PA12-CF15 ist hier meist die bessere Materialwahl, da die Teile montiert, gehandhabt und wieder entfernt werden; dabei hat Zähigkeit Vorrang vor Steifigkeit.

​

Ersatzteile für Maschinen ohne Zeichnung

Wenn das Originalteil zwar vorhanden, aber keine CAD-Daten verfügbar sind, digitalisieren wir es mit unserem eigenen 3D-Scanner und rekonstruieren es. Dies ist die gängigste Vorgehensweise bei älteren Maschinen, für die der Hersteller keine Ersatzteile mehr liefert.

Wie wir fertigen

Maschinen und Bauraum

Der primäre Drucker für PA-CF ist der Vision Miner 22 IDEX, der über einen Bauraum von 350 × 350 × 450 mm, eine beheizte Baukammer und zwei unabhängig voneinander bewegliche Druckköpfe verfügt. PA-CF verarbeiten wir ausschließlich im Filamentdruck. Bauteile, die über diesen Bauraum hinausgehen, teilen wir konstruktiv auf und fügen sie. Unser FGF-Granulatdruck mit 510 × 510 × 410 mm steht für andere Werkstoffe zur Verfügung, nicht für PA-CF.

​

Düsen: der Unterschied, den man am Bauteil sieht

Carbonfasern wirken abrasiv. Sie können eine Messingdüse bereits nach wenigen Betriebsstunden abnutzen; eine verschlissene Düse führt zunächst zu etwas ungenaueren Abmessungen und schließlich zu sichtbaren Fehlern. Deshalb verarbeiten wir kohlefaserverstärkte Materialien mit Düsen, die über eine Spitze aus polykristallinem Diamant (PKD) verfügen. Konkret setzen wir Gühring DIANOZ Pro-Düsen ein. Düsen aus gehärtetem Stahl, wie sie in Standardmaschinen zu finden sind, verschleißen bei der Verarbeitung von Materialien mit einem Faseranteil von 15 % um Größenordnungen schneller.

Dies ist kein bloßes Detail: Es ist der Grund dafür, dass das fünfzigste Bauteil unserer Fertigungsserie exakt dieselben Abmessungen aufweist wie das erste.

​

Trocknung und Temperung

Polyamide sind hygroskopisch. Feuchtes Filament führt zu Blasenbildung, schlechter Schichthaftung und einer deutlichen Festigkeitsminderung. Zwar mit bloßem Auge nicht erkennbar, aber messbar. Wir trocknen das PA-CF vor jedem Druckvorgang und drucken direkt aus beheizten Trockenkammern heraus.

Auf Wunsch führen wir nach dem Druck eine thermische Nachbehandlung (Tempern) der Bauteile durch. Dies erhöht den Kristallinitätsgrad, verbessert die Maßhaltigkeit sowie das Kriechverhalten unter Dauerlast und reduziert Eigenspannungen. Ob sich dieser Schritt für Ihr Bauteil lohnt, hängt vom jeweiligen Belastungsszenario ab; wir beraten Sie dazu im Rahmen unseres Angebots, anstatt lediglich eine Pauschale zu berechnen.

​

Toleranzen und spanende Nacharbeit

Allgemeintoleranz im Druck

±0,2 mm

spanend nachgearbeitete Flächen

±0,05 mm

Gewinde

geschnitten ab M8, darunter Gewindeeinsätze

Wir arbeiten Passungen, Dichtflächen, Planflächen und Gewinde spanend nach. Dies übernimmt ein qualifizierter Partner, mit dem wir seit Jahren zusammenarbeiten – für Sie bedeutet das: ein Auftrag, ein Ansprechpartner, eine Rechnung.

​

Qualitätsmanagement

Wir bereiten derzeit die Zertifizierung nach ISO 9001 vor; angestrebt ist der Abschluss im ersten Quartal 2027. Bis dahin gilt, was auch danach gelten wird: Wir sagen zu, was wir gemessen haben, kennzeichnen Lieferantenangaben als solche und benennen die Grenzen des Verfahrens. Die Zertifizierung macht das nachprüfbar, sie ersetzt es nicht.

​

Was wir nicht machen

  • Keine sicherheitsrelevanten tragenden Bauteile ohne Ihre eigene Auslegung und Freigabe.

  • Keine Toleranzen enger als ±0,2 mm ohne spanende Nacharbeit. Das kann FFF nicht, und niemand, der etwas anderes behauptet, hat es gemessen.

  • Keine Bauteile mit Dauerlast über 100 °C in PA-CF. Dafür gibt es PPA, PPS-GF20 und PEEK, gerne auch direkt von uns.

  • Keine Photopolymere. Resin-Verfahren gehören nicht zu unserem Portfolio.

  • Keine Kennwerte aus fremden Datenblättern als Zusage. Was wir zusagen, ist gemessen oder als Lieferantenangabe gekennzeichnet.

 

Beratung statt Kalkulator

Wir bieten keinen Online-Rechner an – eine bewusste Entscheidung, kein Manko.

Ein solcher Rechner multipliziert lediglich das Volumen mit dem Materialpreis und einem Koeffizienten. Dabei bleiben drei Faktoren unberücksichtigt, die über Erfolg oder Misserfolg technischer Bauteile entscheiden: Er fragt nicht nach der Lastrichtung. Er erkennt nicht, ob das gewählte Material bei Ihrer Betriebstemperatur zum Kriechen neigt. Und er weist Sie nicht darauf hin, dass Sie PEEK bestellen, obwohl PA6-CF ausreichen würde.

Was Sie stattdessen bekommen:

  • Rückmeldung innerhalb eines Werktags auf jede schriftliche Anfrage.

  • Ein Telefon, an das jemand geht, der das Bauteil fertigt und nicht nur verkauft: +49 7158 9823230.

  • Eine Werkstoffempfehlung mit Begründung inklusive der Empfehlung, einen günstigeren Werkstoff zu nehmen, wenn er reicht.

  • Eine Aussage zur Machbarkeit vor dem Angebot, nicht nach der Lieferung.

 

Was wir für eine Anfrage brauchen

  1. Geometrie: STEP bevorzugt, STL geht auch, Zeichnung als PDF ebenfalls oder das Bauteil selbst, dann scannen wir es.

  2. Belastungsfall: Welche Kraft wirkt in welcher Richtung? Dauerlast oder Wechsellast?

  3. Umgebung: Einsatztemperatur, Medien, Feuchte, Außen- oder Innenbereich.

  4. Stückzahl und Wunschlieferzeit.

  5. Funktionsflächen: Was muss passen, dichten oder gleiten?

Punkt 2 und 3 sind die beiden, die am häufigsten fehlen und die beiden, die die Werkstoffwahl tatsächlich entscheiden.​

Vor Ort in Baden-Württemberg und Bayern

Wir sitzen in Neuhausen auf den Fildern bei Stuttgart und kommen zu Ihnen in den Betrieb.

•          Kostenfrei im Umkreis von 150 Kilometern. Das deckt unter anderem Stuttgart, Esslingen, Göppingen, Reutlingen, Heilbronn, Karlsruhe, Pforzheim, Ulm, Memmingen, Augsburg, Aalen, Schwäbisch Hall und den Großraum Mannheim ab.

•          Darüber hinaus nach Absprache: München, Nürnberg, Regensburg, Würzburg und Südbayern besuchen wir bei passendem Projektumfang ebenfalls.

Ein Vor-Ort-Termin lohnt sich, wenn es sich bei dem Projekt um eine Baugruppe, eine Umstellung von Zerspanung auf 3D-Druck oder um mehrere wiederkehrende Ersatzteile statt nur um eine einzelne Komponente handelt. Wir begutachten den Einsatz an der Maschine, nehmen die Bauteile zum Scannen mit und erläutern direkt vor Ort, was machbar ist und was nicht. Das spart drei E-Mail-Runden.

Kunden aus der Region

Wir fertigen unter anderem für die AP Sensing GmbH in Böblingen, die Roeckle Neigungsmesstechnik e.K. in Denkendorf und die rontec GmbH in Denkendorf. Alle drei liegen im Umkreis von 30 Kilometern. Kurze Wege sind bei Ersatzteilen und Vorrichtungen oft der entscheidende Unterschied.

Häufige Fragen zu PA-CF

Was ist PA-CF und wofür eignet es sich?

PA-CF ist ein mit kurzen Carbonfasern verstärktes Polyamid, in diesem Fall mit einem Faseranteil von 15 %. Die Fasern erhöhen die Steifigkeit und Formstabilität erheblich, bilden jedoch keine durchgehende tragende Struktur wie Endlosfaser-Carbon. PA-CF eignet sich für mechanisch beanspruchte Bauteile, Montagehilfen, Vorrichtungen, Gehäuse und Abdeckungen, bei Einsatztemperaturen bis 100 °C.

PA6-CF15 oder PA12-CF15, welchen Werkstoff brauche ich?

PA6-CF15, wenn das Bauteil eine möglichst hohe Steifigkeit aufweisen muss: E-Modul von 10.500 MPa gegenüber 7.300 MPa. PA12-CF15, wenn es stoßfest und leicht sein oder unter feuchten Bedingungen seine Maßhaltigkeit bewahren muss: Schlagzähigkeit von 75 kJ/m² gegenüber 47 kJ/m², Dichte von 1,07 g/cm³ gegenüber 1,25 g/cm³ sowie deutlich geringere Wasseraufnahme.

Bis zu welcher Temperatur ist PA-CF einsetzbar?

Wir setzen PA-CF bis 100 °C ein. Innerhalb dieser Grenze entscheidet die Dauerlast: unter voller mechanischer Dauerbelastung bis ca. 70 °C (PA6-CF15) bzw. 80 °C (PA12-CF15). Bei deutlich reduzierter Belastung bleibt die Maßhaltigkeit bis ca. 100 °C erhalten, ohne nennenswerte Belastung bis ca. 120 °C. Ausschlaggebend ist die Glasübergangstemperatur von 68 °C, nicht die Wärmeformbeständigkeit von 120 °C. Oberhalb von 100 °C empfehlen wir PPA-CF25, PPS-GF20 oder PEEK.

Wie groß darf mein Bauteil sein?

Bis zu 350 × 350 × 450 mm am Stück. Größere Bauteile teilen wir konstruktiv auf und fügen die Einzelteile zusammen. PA-CF verarbeiten wir ausschließlich im Filamentdruck; der FGF-Granulatdruck mit 510 × 510 × 410 mm steht für andere Werkstoffe zur Verfügung.

Welche Toleranzen sind möglich?

Die allgemeine Toleranz für den Druck beträgt ±0,2 mm. Bei bearbeiteten Oberflächen erreichen wir eine Toleranz von ±0,05 mm. Gewinde werden ab der Größe M8 direkt geschnitten; für kleinere Größen verwenden wir Gewindeeinsätze.

Ist ein gedrucktes Bauteil in alle Richtungen gleich fest?

Nein. Die Zugfestigkeit von PA6-CF15 quer zur Bahnrichtung beträgt 70 MPa, verglichen mit 110 MPa in Bahnrichtung; das Verhältnis liegt bei 1,57:1. Daher richten wir das Bauteil entsprechend der Belastungsrichtung im Bauraum aus.

Warum gibt es keinen Online-Kalkulator?

Der Kostenrechner ermittelt zwar das Volumen, prüft jedoch nicht, ob das Material für den jeweiligen Lastfall geeignet ist – dabei ist genau dies bei technischen Bauteilen ausschlaggebend für die Kosten. Stattdessen erhalten Sie innerhalb eines Werktags eine Rückmeldung und ein Telefon, an das jemand aus der Fertigung geht.

Wie schnell bekomme ich ein Angebot, und wie lange dauert die Fertigung?

Auf schriftliche Anfragen reagieren wir innerhalb eines Werktages – und zwar mit einer Einschätzung zur Machbarkeit und Materialauswahl, statt lediglich mit einer Eingangsbestätigung. Die Standardlieferzeit für PA-CF beträgt 5 Werktage; Express innerhalb eines Werktags ist nach Absprache möglich.

Sind Sie zertifiziert?

Noch nicht. Die ISO-9001-Zertifizierung ist derzeit in Vorbereitung; angestrebt wird das erste Quartal 2027. Sollten Sie Nachweise für Ihre eigene Dokumentation benötigen, setzen Sie sich bitte vorab mit uns in Verbindung, damit wir klären können, was wir zum jetzigen Zeitpunkt bereitstellen können.

Kommen Sie zu uns in den Betrieb?

Ja. Kostenlos im Umkreis von 150 Kilometern um Neuhausen auf den Fildern; nach Vereinbarung auch in Baden-Württemberg und Bayern.

Bauteil aus PA-CF anfragen

Schicken Sie uns Ihre STEP-Datei oder Zeichnung an info@malping.de oder rufen Sie an unter +49 7158 9823230. Wir melden uns innerhalb eines Werktags mit einer Einschätzung, ob PA-CF für Ihren Fall der richtige Werkstoff ist, und mit dem Angebot.
Sie haben noch keine CAD-Daten? Schicken Sie uns das Bauteil, wir digitalisieren es.

Malping GmbH
Mörikestraße 30, 
73765 Neuhausen auf den Fildern​

Telefon: +49 7158 9823230

​E-Mail: info@malping.de

Erreichbar von Montag bis Freitag 9 bis 17:30 Uhr

Wenn Sie bereits ein 3D-Modell haben, und direkt ein Angebot einholen möchten, schreiben Sie uns eine Mail: info@malping.de

Für allgemeine Anfragen nutzen Sie gerne unser Formular:

Vielen Dank für ihre Einsendung!

Über den Autor

Dr.-Ing. Bastian Gaedike

Gründer und Geschäftsführer der Malping GmbH, Neuhausen auf den Fildern.

Malping fertigt Bauteile aus Hochleistungspolymeren im FFF- und FGF-Verfahren, darunter PEEK, PEKK, PPS-GF20, PPA-CF25 und PPA-GF15, inklusive aller nachgelagerter Prozesse (Zerspanung, Oberflächenbehandlung, etc.).

Kontakt: info@malping.de

Malping GmbH · Mörikestraße 30 · 73765 Neuhausen auf den Fildern · +49 7158 9823230

©2026 Malping GmbH

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